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Biofilmkontrolle mit Hydroxylapatit – effektive Plaquereduktion: Eine klinische Studie

Einleitung

Das A und O der häuslichen Zahnpflege ist die kontinuierliche Reduktion der stetig nachwachsenden Plaque. Hierfür gibt es zahlreiche kommerziell erhältliche Zahnbürsten und auch Zahnpasten unterschiedlichster Zusammensetzung. Häufig werden amin- und zinnhaltige Zahnpflegeprodukte als Goldstandard in der Biofilmreduktion angesehen. Studien haben gezeigt, dass auch Hydroxylapatit in der Lage ist, die Plaque zu reduzieren und somit die Zahn- und Mundgesundheit zu verbessern.

Fragestellung

Ist eine hydroxylapatithaltige Zahncreme genauso effektiv in der Verbesserung der Parodontalgesundheit wie eine amin-/zinnfluoridhaltige Zahnpasta?

Material und Methoden

Die Studie wurde als doppelt verblindete, randomisierte, parallele Studie an zwei unterschiedlichen Studienzentren (Uniklinikum Münster und Uniklinikum Würzburg) durchgeführt. Die Studiendauer betrug drei Monate und als primärer Studienparameter wurde die Neubildung von Plaque (plaque formation rate/PFR) ausgewählt. Zusätzlich wurden weitere sekundäre Parameter betrachtet. Die Patienten wiesen allesamt eine milde bis moderate chronische Parodontitis (Zahntaschentiefe von ≥ 4 mm an mindestens 4 Zähnen) auf. Alle Patienten wurden zu Beginn der Studie geschult, wie die Mundhygiene durchzuführen sei. Anschließend wurden die Patienten zufallsmäßig auf zwei Gruppen verteilt: Eine Gruppe nutzte eine amin-/zinnfluoridhaltige Zahnpasta (Kontrolle) und eine zweite Gruppe eine hydroxylapatithaltige Zahncreme für die Mund- und Zahnpflege. Zunächst wurden die Zahnpasten wie bisher in der häuslichen Zahnpflege genutzt. Nach dem ersten follow-up, einer professionellen Zahnreinigung und parodontalen Therapie führten die Patienten ihre häusliche Zahn- und Mundpflege wie angeleitet durch. Bei den regelmäßigen Kontrollbesuchen (nach 4 Wochen und 12 Wochen) wurde die PFR gemessen. Abschließend wurden die Ergebnisse miteinander auf statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der PFR geprüft.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 67 Patienten in die Studie eingeschlossen. Die Patienten waren auf beide Gruppen (Amin-/Zinnfluorid und Hydroxylapatit) gleichmäßig verteilt. Das Durchschnittsalter betrug in beiden Gruppen 53 Jahre (± ~13 Jahre). Die PFR zeigte sich in beiden Gruppen ähnlich. Insgesamt konnte die PFR verbessert werden. Die sekundären Parameter zeigten ebenfalls eine gleichmäßige Verbesserung der Mundgesundheit in beiden Gruppen. Es konnten keine signifikanten Unterschiede in der PFR zwischen der Gruppe mit einer amin-/zinnfluoridhaltigen Zahnpasta und der Gruppe mit einer hydroxylapatithaltigen Zahncreme festgestellt werden.

Abbildung: Studienaufbau
Abbildung: Studienaufbau
Tabelle: PFR als primärer Studienparameter. Hydroxylapatit ist genauso effektiv in der Parodontitisprophylaxe wie Amin-/Zinnfluorid.
Tabelle: PFR als primärer Studienparameter. Hydroxylapatit ist genauso effektiv in der Parodontitisprophylaxe wie Amin-/Zinnfluorid.

Schlussfolgerung

Eine hydroxylapatithaltige Zahncreme wirkt im gleichen Maße plaquereduzierend und positiv auf die Parodontalgesundheit wie der etablierte Goldstandard in der Zahn- und Mundpflege.


Weitere Informationen finden Sie hier.


Quelle: Harks, I., Y. Jockel-Schneider, U. Schlagenhauf, T. W. May, M. Gravemeier, K. Prior, G. Petersilka and B. Ehmke (2016). “Impact of the daily use of a microcrystal hydroxyapatite dentifrice on de novo plaque formation and clinical/microbiological parameters of periodontal health. A randomized trial.“ PLoS One 11: e0160142.