Die Lehrbuchmeinung: Hydroxylapatit reduziert sensitive Zähne

Empfindliche Zähne sind schmerzhaft und bedeuten eine Einschränkung der Lebensqualität. Sowohl warme Speisen und Getränke als auch kalte Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Eis, lösen einen unangenehmen Reiz bei der Nahrungsaufnahme aus. Diese Überempfindlichkeit rührt daher, dass das Zahnbein mit seinen offenen Kanälchen vollkommen freiliegt. Sei es ein Rückgang des Zahnfleisches oder ein nicht mehr vorhandener Zahnschmelz als Folge von Erosionen oder Ähnlichem. Dentintubuli entstehen während der Zahnentwicklung: Die zahnbildenden Zellen, Odontoblasten genannt, wandern von der Pulpa in Richtung Zahnkrone und lassen das Zahnbein wachsen. Diese Wanderwege der Odontoblasten bleiben auch nach der Zahnentwicklung bestehen. Das sind die Dentinkanälchen. Über diese kleinen Gänge können Reize unverzüglich zu der Pulpa gelangen und eine Weiterleitung auslösen, die zu einer Reaktion des Körpers (Schmerz) führt.

Es gibt zahlreiche Ansätze, überempfindliche Zähne zu behandeln: Inhibierung des Aktionspotentials der Nerven mit kaliumhaltigen Zahnpasten und Verschließen der Kanälchen mit verschiedensten Verbindungen (Strontiumsalzen, argininhaltigen Calciumkomplexen, Silicaten etc.). Auch Hydroxylapatit verfolgt letztgenanntes Ziel – und das sehr effizient. Hochauflösende Rasterelektronenbilder (REM) zeigen einen nahezu vollständigen Verschluss aller Dentintubuli mit Hydroxylapatit-Mikrokristallen. Die Anwendung von Hydroxylapatit in Zahnspülungen und anderen Zahnpflegeprodukten konnte vielfach klinisch nachgewiesen werden. Bereits nach wenigen Tagen der Anwendung ist ein Effekt messbar.

Abbildung: Hydroxylapatit verschließt die Dentintubuli.
Abbildung: Hydroxylapatit verschließt die Dentintubuli.

Schlussfolgerung

Hydroxylapatit ist sehr gut geeignet, um Patienten mit schmerzempfindlichen Zähnen zu behandeln. Die freiliegenden Dentintubuli werden verschlossen und inhibieren somit eine Reizweiterleitung.

 

Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.

Quelle: Gillam, D. G. (2015). Dentine hypersensitivity: Advances in diagnosis, management, and treatment, Springer International Publishing.