Effektive remineralisierende Wirkung auch an Dentin

Einleitung

Der natürliche Reparaturmechanismus von (initialen) Kariesläsionen besteht darin, dass Calcium- und Phosphationen aus dem Speichel die Zahnschmelzdefekte schnell und effektiv reparieren. Bis dato sind Fluoridzusätze das Mittel der Wahl, um die Remineralisation zu verbessern. Per se führen Fluoridionen zu einem schnelleren Einbau der vorhandenen Ionen aus dem Speichel. Bei freiliegendem Dentin, wie es etwa bei freiliegenden Zahnhälsen der Fall ist, ist das Remineralisationspotenzial von Fluoriden in den dargereichten Mengen vernachlässigbar gering. Immer mehr Studien zeigen das Potenzial von neuen biokompatiblen Wirkstoffen, kariöse Läsionen zu reparieren. Hydroxylapatit ist ein vielversprechender Wirkstoff hierbei.

Fragestellung

Wie effektiv remineralisiert Hydroxylapatit Zahnschmelz- und Dentindefekte?

Material und Methoden

Für diese in vitro Studie wurden insgesamt 85 Dentinproben und 70 Zahnschmelzproben (jeweils von Rinderzähnen) verwendet. Diese wurden in jeweils fünf gleich große Gruppen aufgeteilt und künstliche Säureschäden simuliert. Als Referenz wurde auf jeden Zahn ein nicht-säurelöslicher Lack aufgetragen. Anschließend wurden die Zähne 2x täglich je 2 Minuten über einen Zeitraum von bis zu 5 Wochen mit den entsprechenden Produkten (Hydroxylapatit vs. Aminfluorid) geputzt und anschließend mit deionisiertem Wasser abgespült. Für die Auswertung wurden die Proben entsprechend so vorbereitet, dass eine transverse Mikroradiographie (TMR) durchgeführt werden konnte. Diese Methode misst den Mineralverlust, wie es nach Säureangriffen der Fall ist. Abschließend wurde eine entsprechende vergleichende Statistik zwischen den Gruppen angefertigt.

Ergebnisse

Sowohl bei Säureläsionen des Dentins als auch des Zahnschmelzes zeigte sich eine bessere Remineralisation mit hydroxylapatithaltigen Zahnpflegeprodukten im Vergleich mit aminfluoridhaltigen Zahnpflegeprodukten. Die besten Ergebnisse zeigten sich bei reinem Hydroxylapatit verglichen mit Aminfluorid. Alle Ergebnisse waren statistisch signifikant.

Abbildung: HAP remineralisiert Defekte und bildet eine Schutzschicht aus.
Abbildung: HAP remineralisiert Defekte und bildet eine Schutzschicht aus.

Schlussfolgerung

Hydroxylapatit ist in der Lage, Säureläsionen sowohl im Dentin als auch im Zahnschmelz zu remineralisieren und zeigt hierbei bessere Effekte als Aminfluorid.

Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.

Quelle: Tschoppe, P., D. L. Zandim, P. Martus and A. M. Kielbassa (2011). “Enamel and dentine remineralization by nano-hydroxyapatite toothpastes.” J. Dent. 39: 430-437.