Einführung

Die Karies konnte in den vergangenen Jahren in Deutschland einen Rückgang verzeichnen. Hierzulande ist dieses erfreuliche Ergebnis vor allem auf den großen Einsatz der Zahnärzte hinsichtlich der Aufklärung von Patienten und dem Angebot von professioneller Zahnreinigung und Prophylaxeprogrammen für Patienten zurückzuführen. Allerdings haben dennoch laut aktuellen Berichten des Robert Koch-Instituts 99% der Erwachsenen eine Karieserfahrung gehabt. Ferner gibt es Risikogruppen, auf die besonders geachtet werden sollte. Dies sind vorwiegend ältere Personen und Personen, die medikamentös behandelt werden. Diese leiden häufig unter Speichelmangel. Somit fehlt auch die Schutzfunktion von selbigem und das Kariesrisiko steigt dadurch enorm an.

Unsere Zähne gelten als die härteste Substanz im menschlichen Körper. Diese Aussage ist nicht ganz unbegründet, besteht der Zahnschmelz doch aus ca. 97% Hydroxylapatit. Hydroxylapatit ist eine natürliche kristalline Substanz mit der chemischen Formel Ca5(PO4)3(OH). Die besondere Kristallstruktur ist verantwortlich für die hohe Bruchfestigkeit der Zähne. Problematisch wird es erst dann für die Zähne, wenn Säuren auf diese einwirken können. Wie jede andere Calciumphosphatverbindung ist auch Hydroxylapatit säurelöslich. Säuren können – wie hinreichend belegt und bekannt – von zahlreichen oralen Mikroorganismen produziert werden (wie z. B. Streptococcus mutans). Diese Säuren (insbesondere Milchsäure) führen zu einem Herauslösen von Calcium- und Phosphationen aus der Kristallstruktur. Häufig sind es kleinste Läsionen, die zunächst unbemerkt bleiben. Nahezu jeder Mensch hat häufig eine Initialkaries (Demineralisation) gehabt, die aber keine weiteren Schäden hinterlassen hat. Das liegt vor allem an dem Speichel: So ist der Speichel ein Säurepuffer und enthält neben antimikrobiellen Wirkstoffen (Lactoferrin, Lysozyme, Peroxidasen u. a.) auch Calcium- und Phosphationen, die den Zahnschmelz remineralisieren können. Kommt es nun aber infolge von Medikamenteneinnahme zu einem Speichelmangel, so können die Reparaturmechanismen des Speichels nicht mehr effektiv funktionieren. Die Folge ist eine Entstehung und Fortschreitung einer Karies.

Die Gesellschaft verändert sich dahingehend, dass es immer mehr ältere Personen geben wird. Mit zunehmendem Alter werden in der Regel mehr Medikamente eingenommen. Inzwischen leidet bereits jetzt jede zweite Person an Speichelmangel. Speichelmangel wird Hyposalivation oder häufig auch synonym Xerostomie genannt. Hyposalivation ist ein messbarer objektiver Speichelmangel, wohingegen Xerostomie ein subjektives Empfinden der Mundtrockenheit beschreibt. Bei Speichelmangel kann sich eine Karies deutlich schneller entwickeln und schwerwiegende Ausmaße annehmen, weil auch hier keine natürlichen Reparaturmechanismen des Körpers (Remineralisation) der bakteriellen Säureproduktion entgegenwirken können und auch die Pufferfunktion des Speichels fehlt.

Um dem durch (bakterielle) Säuren ausgelösten Zahnschmelzabbau vorzubeugen, ist es wichtig, dass der Zahn geschützt wird, die Plaqueentstehung kontrolliert und bestenfalls der Speichelfluss angeregt wird. Hydroxylapatit ist in der Lage, auf dem Zahnschmelz eine Schutzschicht auszubilden, die diesen vor Säureangriffen schützt. Hinzu kommen die positiven Eigenschaften als antiadhäsiver Wirkstoff: Einerseits wird die bakterielle Anlagerung an der Zahnoberfläche verlangsamt und andererseits wird die Plaque durch freie Hydroxylapatitpartikel reduziert, indem Mikroorganismen an diese binden. Hydroxylapatit wirkt im Gegensatz zu fluoridhaltigen Zahnpflegeprodukten auch bei Speichelmangel. Diese natürliche Substanz wird von außen hinzugefügt und benötigt keinen Speichel für den Zahnschmelzschutz und die Zahnschmelzreparatur.