Hydroxylapatit: Reduktion der Bakterienlast auf der Zahnoberfläche

Einleitung

Karies ist noch immer eine weltweit sehr bedeutende Krankheit. Neben dem Zähneputzen und dem Nutzen von Zahnseide zur Reinigung der Zahnzwischenräume konnten zwar schon Erfolge und ein Rückgang der Karies erzielt werden, bedürfen aber noch immer stetiger Optimierung. Ein Ansatz hierfür kann etwa der Einsatz von Hydroxylapatit sein: Historische Funde aus der Jungsteinzeit zeigen, dass die gefundenen Bakterien und auch die Ernährung ähnlich waren zu den heutigen, hier jedoch weniger Karies gefunden werden konnte. Eine Theorie ist, dass durch ständige Abrasion der Zähne dauerhaft Hydroxylapatit-Partikel im Mund zur Verfügung standen und die oralen Mikroorganismen sich hieran angelagert haben. Diese Anlagerung führte zu einer Reduktion der bakteriellen Last auch auf den Zahnoberflächen. Resultierend hieraus konnten die Biofilme nur selten eine kritische Masse erreichen und pathogen werden.

Fragestellung

Welche antibakteriellen und antiadhärenten Eigenschaften hat Hydroxylapatit in einer Mundspüllösung im Vergleich mit einer chlorhexidinhaltigen Mundspüllösung?

Material und Methoden

Insgesamt wurden in dieser in situ Studie bei 6 Probanden sterilisierte und polierte Zahnschmelzplättchen von Rinderzähnen eingesetzt. Es wurden unterschiedliche Verdünnungen der Mundspüllösungen vorbereitet und den Probanden in zufälliger Reihenfolge verabreicht. Die verwendeten Testlösungen waren eine hydroxylapatithaltige Mundspüllösung und eine chlorhexidinhaltige Mundspüllösung. Die Probenplättchen wurden den Probanden nach 6 und nach 12 Stunden entfernt und für die weiteren Untersuchungen vorbereitet. Die Plättchen wurden im Anschluss an die intraorale Anwendung auf die Gesamtzahl an Bakterien (DAPI Färbung) und auf lebende und tote Zellen (BacLight-Färbung) mit Hilfe von Fluoreszenzmikroskopie untersucht. Zusätzlich wurden die Mundspüllösungen in vitro untersucht: Streptococcus mutans wurde 10 Minuten mit der jeweiligen Lösung inkubiert und die lebenden und toten Zellen (live/dead-Färbung) quantifiziert. Die Gruppen wurden anschließend auf statistisch signifikante Unterschiede untersucht (Kruskal- Wallis Test und Mann-Whitney Test).

Ergebnisse

Hydroxylapatit reduziert die bakterielle Anlagerung in situ. Sowohl das getestete Produkt mit Hydroxylapatit, als auch Hydroxylapatit in wässriger Lösung zeigten ähnliche anti-adhärente Effekte wie Chlorhexidin. Dieser Effekt ist sowohl nach 6 als auch nach 12 Stunden zu erkennen.

Schlussfolgerung

Hydroxylapatit ist besonders wegen seiner antiadhärenten Eigenschaften ein idealer Wirkstoff für die Biofilmkontrolle. Hydroxylapatithaltige Zahnpflegeprodukte zeigen zudem antimikrobielle Eigenschaften und unterstützen somit die biomimetische Plaquekontrolle.

Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.


Quelle: Hannig, C., S. Basche, T. Burghardt, A. Al-Ahmad and M. Hannig (2013). “Influence of a mouthwash containing hydroxyapatite microclusters on bacterial adherence in situ.” Clin. Oral Investig. 17: 805-814.