Hydroxylapatit: Remineralisation und Reparatur von initialen Kariesläsionen – auch für Kinder

Einleitung

In der modernen Kariesprophylaxe werden inzwischen nicht nur eine adäquate Plaqueentfernung durch Zähneputzen und das Nutzen von Zahnseide empfohlen, sondern vermehrt auch die regelmäßige und ergänzende Anwendung von Zahn- und Mundspülungen. Neben der Zahnreinigung ist es wichtig, dass kleinste Zahndefekte (Initialkaries) möglichst effektiv remineralisiert werden. Fluoride sind in der Lage, die Remineralisation mit den im Speichel vorhandenen Calcium- und Phosphationen zu beschleunigen. Ein neuer Ansatz ist die Verwendung von fluoridfreien hydroxylapatithaltigen Zahnpflegeprodukten. Hydroxylapatit kann sich in initiale Kariesläsionen hineinsetzen und kann auch bei Speichelmangel wirken.

Fragestellung

Wie wirksam ist Hydroxylapatit im Vergleich mit Fluorid und Chlorhexidin?

Material und Methoden

Diese einfach verblindete randomisierte klinische Studie wurde mit 81 Kindern zwischen 7 und 12 Jahren durchgeführt. Die Probanden wurden über einen Zeitraum von einem Monat beobachtet und wöchentlich in Kleingruppen am Universitätsklinikum (Mansoura/Ägypten) untersucht. Die Teilnehmer wurden zufallsmäßig auf drei gleichgroße Gruppen (je 27 Kinder) aufgeteilt: Hydroxylapatit, Fluorid, Chlorhexidin. Bei den wöchentlichen Untersuchungen wurde je eine neutrale Flasche mit genügend Spüllösung für die zweimalige Anwendung pro Tag (nach dem Frühstück und vor dem Zubettgehen, pro Anwendung 5 ml je 30 – 60 Sek.) herausgegeben. Die Eltern wurden instruiert, die Kinder bei der Anwendung zu überwachen. Neben der zusätzlichen Anwendung der Mundspülung behielten die Kinder ihre häusliche Zahn- und Mundpflege wie gewohnt bei. Die gemessenen klinischen Parameter waren die Plaquebildung, Zahnfleischgesundheit und der Mineralverlust an den ersten Molaren. Die Parameter wurden bei den wöchentlichen Untersuchungen sowie zwei Wochen nach Abschluss der Anwendung festgehalten. Für die Auswertung wurden die Gruppen miteinander (t-Test) und auch die Ergebnisse innerhalb der Gruppen verglichen.

Ergebnisse

Insgesamt konnten die Daten von 76 Kindern in die Auswertung einbezogen werden. Die Zahnplaque reduzierte sich in allen drei Gruppen gleichermaßen. Bei Chlorhexidin war die Reduktion bereits zu einem früheren Zeitpunkt festzustellen, als bei Hydroxylapatit und Fluorid als Wirkstoff. Die Zahnfleischgesundheit verbesserte sich ebenfalls in allen drei Studiengruppen signifikant zum Ausgangswert. Während bei Hydroxylapatit und Chlorhexidin eine Verbesserung bereits nach 4 Wochen sichtbar war, zeigte sich bei Fluorid diese erst nach 6 Wochen. Schmelzdefekte zeigten sich in der Hydroxylapatit-Gruppe bereits nach 1 Woche verbessert, wohingegen bei der Fluorid-Gruppe eine Verbesserung nach 2 Wochen zu sehen war. Chlorhexidin hatte wie erwartet keinen Effekt hinsichtlich einer Zahnschmelzreparatur.

Schlussfolgerung

Hydroxylapatit vereint die positiven Effekte von Chlorhexidin und Fluorid: Die Zahnplaque wird reduziert, die Zahnfleischgesundheit wird verbessert und Zahnschmelzdefekte werden repariert.

 

Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.


Quelle: Hegazy, S. A. and I. R. Salama (2016). “Antiplaque and remineralizing effects of Biorepair mouthwash: A comparative clinical trial.” Pediatr. Dent. J. 26: 89-94.