Hydroxylapatit remineralisiert den Zahnschmelz nach Säure-Erosion

Einleitung

Zahnerosion ist der säurebedingte Abbau von Zahnschmelz. Die Säuren stammen hier nicht von Mikroorganismen, sondern entweder extrinsisch aus der Nahrung oder aber auch bei Patienten mit Bulimie oder einer Reflux-Krankheit aus dem Magen. In beiden Fällen führt eine dauerhafte Exposition der Zähne diesen Säuren gegenüber zu einem vermehrten Abbau des Zahnschmelzes. Der Speichel vermag diese Defekte nicht mehr zu reparieren, das Gleichgewicht ist in Richtung Demineralisation verschoben. Auch die Pufferwirkung des Speichels ist aufgehoben, sodass der Zahnschmelz nach und nach verloren geht. Hieraus resultieren häufig freiliegende Zahnhälse und folglich überempfindliche Zähne. Neben einer Ernährungsumstellung ist ein Zahn- und Mundpflegeprodukt, das den Speichel unterstützt, zu empfehlen. Neben der Remineralisation von Defekten ist auch die Prävention neuer Erosionen das wichtigste Merkmal einer entsprechenden Zahnpasta oder Mundspüllösung.

Fragestellung

Wie gut ist der Erosionsschutz und das Remineralisationspotential einer Hydroxylapatit-Zahnpasta im Vergleich mit marktüblichen Produkten?

Material und Methoden

Für diese in vitro Studie wurden 50 Zahnschmelzproben auf insgesamt fünf Gruppen aufgeteilt: (i) Erosion, ohne Zahnpasta, (ii) Erosion, fluoridfreie Zahnpasta, (iii) Erosion, Fluoridzahnpasta, (vi) Erosion, Hydroxylapatit-Zahnpasta, (v) Erosion, Hydroxylapatit-Zahnpasta mit Zink-PCA. Die Erosion wurde 2 Min. mit Cola induziert. Die Erosion wurde insgesamt vier Mal induziert und zwar nach 0, 8, 24 und 32 Stunden. Die Zahnpasten wurden auf die Zahnschmelzproben nach der Säurebehandlung aufgetragen. Die Zahnpasta wurde 3 Min. auf den Zähnen belassen und anschließend mit destilliertem Wasser abgewaschen. Zwischen den Behandlungen wurden die Zähne in künstlichem Speichel gelagert. Die Oberflächenhärte (Vickers-Härte) der Proben wurde zu Beginn (0 Stunden) und nach Abschluss der Probenreihe (32 Stunden) gemessen. Abschließend wurden die Gruppen miteinander auf statistisch signifikante Unterschiede verglichen.

Ergebnisse

Die Vickers-Härte ist ein Maß für die Remineralisation des Zahnschmelzes. Die größte Zunahme nach einer Erosion war bei (iv) Hydroxylapatit-Zahnpasta und (v) Hydroxylapatit-Zahnpasta mit Zink-PCA zu sehen. Die Fluoridzahnpasta (iii) und Zahnpasta ohne Fluorid (ii) folgten. Die Unterschiede waren statistisch nicht signifikant.

Abbildung: Zahnschmelz vor und nach Säureerosion
Abbildung: Zahnschmelz vor und nach Säureerosion

Schlussfolgerung

Hydroxylapatit-Zahncremes remineralisieren die Zähne und härten den Zahnschmelz nach einer Säureerosion besser als die übrigen getesten Zahnpflegeprodukte.

 

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Quelle: Poggio, C., C. Gulino, M. Mirando, M. Colombo and G. Pietrocola (2017). “Protective eff ect of zinc-hydroxyapatite toothpastes on enamel erosion: An in vitro study.” J. Clin. Exp. Dent. 9: e118-e122