Klinische Studie aus Japan belegt die Wirksamkeit von Hydroxylapatit in der Kariesprophylaxe

Einleitung

Zähneputzen gehört zu der täglichen Mundhygiene und wird auch häufig in der Schule nach der Mittagspause in der Gruppe praktiziert. Neben anderen Inhaltsstoffen wird auch vermehrt Hydroxylapatit in Zahnpasten eingesetzt. Bisher war Hydroxylapatit nur als Knochenersatzmaterial oder als Füllmaterial bei künstlichen Zahnwurzeln bekannt. Die große Ähnlichkeit von Hydroxylapatit zu dem natürlichen Zahnschmelz führte zu der Überlegung, diese Substanz auch in Zahnpasten einzusetzen. Neben der Eigenschaft, Zähne zu remineralisieren ist Hydroxylapatit auch bekannt dafür, die Plaquebildung zu inhibieren.

Fragestellung

Wie hoch ist die Kariesprävalenz bei Kindern, die eine hydroxylapatithaltige Zahnpasta nutzen?

Material und Methoden

Diese Studie wurde an drei japanischen Schulen durchgeführt. Hier war es üblich, nach der Mittagspause gemeinsam und unter Beaufsichtigung eines Lehrers die Zähne zu putzen. Insgesamt wurden 181 Kinder rekrutiert, die gleichermaßen auf beide Geschlechter verteilt waren. Zu Beginn der Studie waren alle Kinder in der vierten Klasse einer japanischen Schule. Der Beobachtungszeitraum betrug drei Jahre. Eine Gruppe bekam eine hydroxylapatithaltige Zahnpasta, wohingegen in der zweiten Gruppe die gleiche Zahnpasta ohne Hydroxylapatit als Kontrolle genutzt wurde. Zu Beginn der Studie wurde der Zahnstatus der Kinder (DMFT [decayed missing filled teeth]) erfasst und im weiteren Studienverlauf zweimal jährlich untersucht. Beide Gruppen wurden mittels eines Chi-Quadrat-Tests auf statistisch signifikante Unterschiede untersucht.

Ergebnisse

Der DMFT-Index der beiden Gruppen (Zahnpasta mit Hydroxylapatit vs. Zahnpasta ohne Hydroxylapatit) zeigte sich nach Beendigung der Studie als signifikant unterschiedlich. So lag der DMFT-Index bei der Hydroxylapatitgruppe bei 0,29 und bei der Kontrollgruppe (Zahnpasta ohne Hydroxylapatit) bei 0,96. Aus diesen Daten wurde die Kariesinhibition durch Hydroxylapatit in Zahnpasten im Vergleich zu der Kontrollgruppe gemessen: Diese betrug bei den Jungen 35,9 % und bei den Mädchen 55,9 %. Bei den Zähnen, die zu Beginn der Studie noch nicht durchgebrochen waren, zeigte sich ebenfalls ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Gruppen: Nach drei Jahren hatten 1,6 % (Jungen) bzw. 5,0 % (Mädchen) der Kinder, die sich mit einer Zahnpasta mit Hydroxylapatit die Zähne putzten, eine Karies. Bei den Kindern, die sich mit einer gewöhnlichen Zahnpasta ohne Hydroxylapatit die Zähne putzten, waren diese Werte signifikant höher: 9,2 % (Jungen) und 15,6 % (Mädchen) entwickelten eine Karies.

Abbildung: Kariesreduktion mit Hydroxylapatit
Abbildung: Kariesreduktion mit Hydroxylapatit

Schlussfolgerung

Hydroxylapatit ist langfristig effektiv in der Kariesprophylaxe. Kinder, die mit einer hydroxylapatithaltigen Zahnpasta die Zähne putzen, entwickeln signifikant weniger Karies, als Kinder, die eine herkömmliche Zahnpasta nutzen.


Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.


Quelle: Kani, K., Kani, M., Isozaki, A., Shintani, H., Ohashi, T., & Tokumoto, T. (1989). Effect of apatite-containing dentifrices on dental caries in school children. J. Dent. Health, 19, 104-109.