Moderne Zahnpflege

In dieser aktuellen Übersichtsarbeit werden die wesentlichen wirksamen Inhaltsstoffe von Zahnpasten näher erläutert. Es wird die Funktionsweise von Fluoriden in Zahnpasten diskutiert und ebenso auf biomimetische Ansätze mit Hydroxylapatit verwiesen. Wichtig ist, dass Inhaltsstoffe in Zahnpasten miteinander reagieren und sich inaktivieren können. Insbesondere kann dies geschehen, wenn Fluoride mit Calciumcarbonaten oder ähnlichen Inhaltsstoffen kombiniert werden.

Ebenfalls werden häufig postulierte Aussagen zu Fluoriden aufgegriffen und chemisch diskutiert. So fällt auf, dass der einzig kariesprotektive Effekt von Fluoriden durch eine Verbesserung der Remineralisation bestätigt werden kann. Eine Calciumfluorid-Deckschicht oder Schutzschicht aus Fluorapatit kann nicht nachgewiesen werden. Gleichermaßen irrelevant ist der Einbau von Fluorid in den Zahnschmelz- dieser findet nur in sehr geringem Umfang statt. Eine Härtung des Zahnschmelzes mit Fluoriden kann ebenfalls nicht gelingen. Häufig diskutierte antibakterielle Effekte von Fluoriden sind zu vernachlässigen. Antibakterielle Effekte können jedoch durch Gegenionen (Zinn oder Amin) festgestellt werden.

Vorteile von biomimetischen Wirkstoffen (z.B. Hydroxylapatit) sind neben der multifunktionellen Wirkung (anti-adhäsive Effekte sind positiv für die Karies- und Parodontitisprophylaxe, Vorbeugung von empfindlichen Zähnen, Vorbeugung von Erosionsdefekten) die nicht-Beschränkung durch die Kosmetikverordnung. Während Fluoride maximal 0,15 % der Zahnpastaformulierung ausmachen dürfen, können biomimetische Wirkstoffe in größeren Konzentrationen auch mehrfach am Tag genutzt werden.

Die Originalpublikation ist hier nachzulesen: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/ciuz.201800796