Mundspülungen gegen SARS-CoV-2 – klinische Pilotstudie weist die Reduktion der Viruslast nach

Einleitung

Seit dem ersten Auftreten von SARS-CoV-2 in Asien Ende 2019 hält die weltweite COVID-19 Pandemie trotz Schutzmaßnahmen und Impfkampagnen weiter an und erfordert zusätzliche Präventionsmaßnahmen. Mundspülungen werden bisher hauptsächlich verwendet, um die Mundgesundheit zu verbessern und die Anzahl an Mikroorganismen zu reduzieren. Ziel dieser klinischen Anwendungsstudie war zu untersuchen, ob Mundspüllösungen auch die Viruslast in Rachenabstrichen von SARS-CoV-2 positiven Patienten reduzieren und damit zur Verringerung ihrer Infektiosität und der Verbreitung dieses pandemischen Virus beitragen können.

Fragestellung

Kann die antivirale Mund- und Rachenspülung die Viruslast von SARS-CoV-2 im Mund- und Rachenraum senken und somit das Risiko von einer Tröpfchenübertragung der Coronaviren reduzieren?

Material und Methoden

Für diese Studie wurden 34 stationär behandelte COVID-19 Patienten mit initial positiven SARS-CoV-2 Tests (PCR-Test) rekrutiert. Den Probanden wurde vor und nach Anwendung der antiviralen Mund- und Rachenspülung ein Rachenabstrich (Oropharynx) entnommen. Die Viruslast der Rachenabstriche wurde mittels RT-qPCR („Reverse Transcriptase quantitative Real Time Polymerase Chain Reaction“) bestimmt. Darüber hinaus wurden neue Formulierungen im Hinblick auf ihre möglichen entzündungshemmenden Wirkungen in vitro (im Labor) untersucht, was eine zusätzliche Möglichkeit für einen positiven Effekt von zukünftigen Mundspülungen bieten könnte.

Ergebnisse

Die klinische Beobachtungsstudie hat gezeigt, dass die Mundspülung die Viruslast im Speichel von SARS-CoV-2 positiv getesteten Patienten nach der Anwendung um bis zu ca. 90 % reduzieren konnte. Diese Reduktion der Viruslast hat bis zu 6 Stunden angehalten.

Die Analyse verschiedener experimenteller Mundspüllösungen hat zudem gezeigt, dass Dexpanthenol und Zink die Expression von entzündungsfördernden Molekülen reduzieren, sodass die bereits vorhandenen Mundspülungen durch die Verwendung von Dexpanthenol und Zink noch ergänzt werden könnten.

Abb.1: Zeitlicher Entwicklungsverlauf der Viruslast im Nasopharynx nach Anwendung der Mund- und Rachenspülung. (Skizziert nach Schürmann et al.)
Abb.1: Zeitlicher Entwicklungsverlauf der Viruslast im Nasopharynx nach Anwendung der Mund- und Rachenspülung. (Skizziert nach Schürmann et al.)

Schlussfolgerung

Die antivirale Mund- und Rachenspülung verringert die Infektiosität von COVID-19 Patienten und erhöht den Schutz vor Ansteckungen mit SARS-CoV 2. 

Die Veröffentlichung der Studie finden Sie hier.

Quelle:  Schürmann M. et al. Mouthrinses against SARS-CoV-2 – anti-inflammatory effectivity and a clinical pilot study. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2021 May 22;1-9. doi: 10.1007/s00405-021-06873-8