Was ist Karies?

Die Zahnkaries – Jeder hat schon einmal davon gehört oder kennt sie aus eigener leidvoller Erfahrung. Vom lateinischen "caries" - die Fäulnis - abgeleitet, bezeichnet sie die Zerstörung von Zahnhartsubstanz durch die Stoffwechselprodukte von Bakterien.

Doch wie genau entsteht Karies?

In unserer Mundhöhle befindet sich eine Vielzahl sogenannter Mikroorganismen. Diese neigen dazu, sich an den Zahnoberflächen anzulagern und kleben dort, falls sie nicht entfernt werden. Ein bakterieller Belag (Plaque) entsteht. In der Plaque sitzen auch sogenannte Kariesbakterien (wie z. B. Streptococcus mutans und Lactobazillen), die zuckerhaltige Nahrungsmittel lieben und zur Energiegewinnung benötigen.

Abbildung 1: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen des Kariesbakteriums Streptococcus mutans.  

 

Kariesbakterien wandeln Zucker in Milchsäure um, eine aggressive Säure, die die Zahnoberflächen angreift und demineralisiert bzw. entkalkt. Ähnlich wie bei der Verwendung von Citronensäure zum Entkalken von Töpfen oder Kaffeemaschinen werden durch die Milchsäure Mineralien, hauptsächlich Calcium und Phosphate, aus der Zahnhartsubstanz herausgelöst. Diese Demineralisierung kann im Anfangsstadium jedoch durch Mineralien aus dem Speichel wieder rückgängig gemacht werden.
Erst wenn über einen längeren Zeitraum weitere Mineralien aus der Zahnoberfläche herausgelöst werden, schreitet die Zerstörung fort und der Zahnschmelz wird aufgeweicht. Da der Prozess bis zu diesem Stadium noch schmerzfrei verläuft, bleibt die Zahnschädigung oftmals unbemerkt. Breitet sich die Karies weiter ins Zahnbein (Dentin) aus, entsteht ein Loch im Zahn. Dieser kariöse Defekt kann sich durch Schmerzen beim Essen oder Trinken äußern. Karies entsteht also nicht von heute auf morgen, sondern wird von den Faktoren Bakterien, zuckerhaltige, kohlenhydratreiche Nahrung, unzureichende Zahnpflege, Speichelmangel und Zeit begünstigt.

Letztendlich führt das Zusammenspiel von vier Hauptfaktoren zu einer Karieserkrankung

Abbildung 2: Das Zusammenspiel von vier zentralen Faktoren führt zur Karies.

Schutz vor Karies

Eine gute tägliche Mund- und Zahnhygiene, gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßige zahnmedizinische Kontrollen können vor Karies schützen. Wird der bakterielle Belag regelmäßig von allen Zahnoberflächen entfernt, die Zahnzwischenräume gereinigt und den Kariesbakterien möglichst wenig zuckerreiche Nahrung zum Verstoffwechseln angeboten, sinkt auch die Kariesgefahr.