Was können umweltfreundliche Zahnbürsten?

Zahnpflege

Was können umweltfreundliche Zahnbürsten?

Bei den meisten herkömmlichen Zahnbürsten kommt hauptsächlich Kunststoff zum Einsatz – eine große Belastung für die Umwelt, wenn man überlegt, dass die Deutschen ihre Zahnbürste laut Statistik durchschnittlich alle zwei bis drei Monate wechseln. Das bedeutet, dass Milliarden gebrauchter Bürsten anfallen – und diese brauchen Jahrhunderte, um zu verrotten.

Als umweltfreundliche Alternativen sind daher Zahnbürsten aus Buchenholz oder Bambus im Handel erhältlich und werden zunehmend beliebter. Waren sie noch vor einigen Jahren ein Nischenprodukt, bekommt man sie heute in großer Auswahl für die verschiedensten Bedürfnisse.

Aber welche Vor- und Nachteile haben sie? Lohnt sich der Kauf?

Handhabe und Material:

Nachhaltige Zahnbürsten bestehen meist aus Bambus oder Buchenholz und Borsten aus Bio-Nylon oder Naturborsten. Es sind verschiedene Modelle und Härtegrade im Handel erhältlich, so dass für beinahe jedes Bedürfnis eine Bürste existiert. Für Kinder gibt es Zahnbürsten mit kleinerem Kopf, bunten Borsten oder Tiermotiven. Viele Konsumenten beschreiben den Geschmack von Holz oder Bambus als zunächst ungewohnt – dies ist aber reine Gewöhnungssache.

Nachhaltigkeit:

Bambus wächst von Natur aus sehr schnell, so können große Mengen gefällt werden, ohne den Bestand zu gefährden. Alternativ bieten einige Hersteller Bürsten aus heimischem Holz an und sparen dadurch lange Transportwege. Der Griff aus Buchenholz oder Bambus ist kompostierbar, die Borsten (die meist aus Bio-Nylon bestehen) müssen jedoch getrennt entsorgt werden. Sie lassen sich in der Regel relativ leicht vom Griff trennen, so dass das unkompliziert möglich ist.

Alternativ verwenden einige Hersteller Naturborsten. Wenn statt Bio-Nylon Schweineborsten verwendet werden, ist die Zahnbürste komplett biologisch abbaubar. Die Bundeszahnärztekammer warnt jedoch, dass Naturborsten nicht empfehlenswert seien, weil sich Bakterien, Viren oder Pilze leicht in den feinen Kanälen der Tierhaare einnisten und vermehren können. Besser sind laut BZÄK Zahnbüsten mit Nylonborsten – diese sind zwar nicht komplett biologisch abbaubar, aber hygienischer für die Zähne.

Gesundheit:

Kunststoffzahnbürsten können Schadstoffe enthalten. So warnt die Umweltschutzorganisation BUND vor krebserregenden polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAKs), die teilweise im Griff enthalten seien. Der BUND hat eine eigene App entwickelt, mit der man seine Zahnbürste auf Schafstoffe checken kann (1).

Putzleistung:

Von der Putzleistung stehen die nachhaltigen Alternativen herkömmlichen Handzahnbürsten in nichts nach. Mehr als der Hälfte der Deutschen bevorzugt allerdings elektrische Zahnbürsten und Experten bestätigen, dass die Zähne sauberer werden (2). Eine vollkommen nachhaltige elektrische Zahnbürste gibt es noch nicht. Alternativ können Sie zu Produkten von Herstellern greifen, die nachhaltige Produktionsbedingungen unterstützen.

Pflege der Zahnbürste:

Natürliche Zahnbürsten brauchen besondere Pflege, da das Material „lebt“: Nach dem Benutzen sollten Sie Ihre Bambus Zahnbürste daher abtrocknen, um Schimmel vorzubeugen. Nach dem Putzen sollte die Zahnbürste gut trocknen. Entweder legt ihr sie auf den Waschbeckenrand oder in eine luftdurchlässige Halterung. Bei unsachgemäßer Handhabe können sich Keime oder Schimmel bilden.

Kosten:

Die Preise bewegen sich meist zwischen 2 und 6 Euro je nach Hersteller und Ausführung.

Fazit:

Die perfekte Zahnbürste gibt es nicht. Letztlich muss jeder selbst entscheiden und abwägen, welche Variante er bevorzugt. Die Ökovariante bietet zwar weniger Auswahl, ist aber garantiert schadstofffrei und besser für die Umwelt. Wenn ihr das nächste Mal eine neue braucht, macht doch einfach den Test!


(1)https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/zaehneputzen-ohne-gift-machen-sie-den-buerstencheck/

(2)https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Elektrische-und-manuelle-Zahnbuersten-im-Vergleich,zahnbuerste118.html/
https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/elektrische-zahnbuerste-oder-handzahnbuerste-was-ist-besser-a-1142034.html