Zahnfleischentzündungen – Gingivitis und Parodontitis

Gerötetes entzündetes Zahnfleisch

Entzündetes Zahnfleisch ist oftmals gerötet, geschwollen oder blutet sogar beim Zähneputzen. Über 50 Prozent der Erwachsenen (DMS V, 2016) in Deutschland leiden unter Zahnfleischproblemen. Und Zahnfleischentzündungen sind bei Erwachsenen die häufigste Ursache von Zahnverlust (DMS V, 2016).

In den meisten Fällen ist eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleischs (in der Fachsprache Gingivitis genannt) auf eine mangelnde Mundhygiene zurückzuführen. Dadurch können sich Bakterien, die das Zahnfleisch angreifen, stark vermehren. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sie sich auf den Kiefer ausbreiten und es bilden sich Zahnfleischtaschen. Eine Parodontitis, umgangssprachlich auch Parodontose genannt, ist irreversibel und kann zum Zahnverlust führen.

Lesen Sie mehr zu Symptomen, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen.

Symptome für Zahnfleischentzündungen

Bei der Gingivitis und Parodontose treten nur selten Zahnschmerzen auf. Es gibt aber andere typische Anzeichen, die auf eine Zahnfleischentzündung hinweisen.

Anzeichen einer Gingivitis:

  • Zahnfleischbluten (vor allem beim Zähneputzen und bei der Zahnzwischenraumpflege)
  • Empfindliches, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • Rückgang des Zahnfleisches
  • Freiliegende Zahnhälse und dadurch bedingte schmerzempfindliche Zähne
  • Mundgeruch
  • Eventuell fühlen sich die geröteten Stellen sogar warm oder heiß an

Symptome von Parodontitis:

Wie bei der einfachen Zahnfleischentzündung treten bei einer Parodontitis Zahnfleischbluten, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleischs, Zahnfleischrückgang und Mundgeruch (Halitosis) auf. Zusätzlich lassen sich noch weitere Symptome beobachten:

  • Ein schlechter Geschmack im Mund, durch ausgetretenen Eiter aus den Zahnfleischtaschen
  • Lockerung der Zähne oder Teilprothesen
  • Scharfe oder dumpfe Schmerzen im Kiefer beim Kauen

Oft bleibt eine Zahnfleischentzündung von den Betroffenen zunächst unbemerkt, da die ersten Beschwerden nur gering ausgeprägt sind, oder nicht als Warnzeichen erkannt werden.

Zahnfleischentzündung feststellen

Zahnfleischbluten und Zahnfleischentzündung

Um eine Zahnfleischentzündung möglichst frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können, sollten Sie selbst Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch regelmäßig auf erste Anzeichen untersuchen.

Kontrollieren Sie Ihre Zahnbürste. Wenn die Borsten rosa verfärbt sind, blutet Ihr Zahnfleisch womöglich durch den leichten Druck der Zahnbürste. Dies kann auf eine aufkeimende Infektion hinweisen.

Prüfen Sie die Farbe Ihres Zahnfleischs. Ein gesundes Zahnfleisch sieht hell und rosa aus. Stellen Sie jedoch Farbveränderungen fest und es sieht an einigen Stellen dunkel und rot aus, ist dies ein Anzeichen für eine Entzündung.

Wie fühlt sich Ihr Zahnfleisch an? Im Anfangsstadium einer Zahnfleischentzündung kann das Zahnfleisch weich und geschwollen sein. Ein gesundes Zahnfleisch ist hingegen fest und zieht sich nicht von den Zähnen zurück.

Wenn Sie bei sich Zahnfleischbluten oder eine Rötung des Zahnfleischs feststellen, sollten Sie einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren, um eine fachkundige Beratung zu erhalten.

Ursachen für entzündetes Zahnfleisch

Plaque als Ursache für Zahnfleischentzündungen

Der Auslöser von Zahnfleischentzündungen ist ein sogenannter „dysbiotischer Biofilm“. Ein Biofilm besteht aus unterschiedlichen Mikroorganismen und Bakterien, die in unserer Mundhöhle ganz natürlich sind. Eine ungenügende Reinigung der Zähne, sowie äußere Faktoren (z.B. Rauchen) führen dazu, dass das Gleichgewicht zwischen Biofilm und Zahnfleisch nicht mehr bestehen bleibt und sich Plaque bilden kann.

Einige Mikroorganismen produzieren Toxine, die in das Zahnfleisch dringen und eine Entzündung begünstigen. Das Zahnfleisch schwillt an, rötet sich und fühlt sich unter Umständen warm an. Die Nicht-Beachtung einer Gingivitis (Anfangsstadium) kann mit viel größeren Beschwerden einhergehen.

Unbehandelt kann eine Gingivitis in vielen Fällen zu einer Parodontitis fortschreiten. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates, bei dem auch ein Abbau des Kieferknochens nicht ausgeschlossen ist.

Unterschiedliche Faktoren können zu einer Zahnfleischentzündung führen. Selbst bei täglichem Zähneputzen können folgende Aspekte Entzündungen auslösen:

  • Verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Medikamente (Antidepressiva und Erkältungsmittel) führen als Nebenwirkung zu Mundtrockenheit. Eine ausreichende Produktion von Speichel ist allerdings wichtig, da er dabei hilft die Zähne sauber zu halten, indem er das Wachstum von Bakterien kontrolliert. Deshalb gilt: Je weniger Speichel sie produzieren, desto größer ist das Risiko einer Zahnfleischentzündung.
  • Virusinfektionen oder Pilzinfektionen (z.B. Herpes und Mundfäule).
  • Eine sehr kalziumarme Ernährung ohne die Vitamine B und C erhöht das Risiko für eine Zahnfleischentzündung.
  • Erkrankungen wie Diabetes, Krebs, HIV und AIDS führen zu einem erhöhten Risiko für Zahnfleischentzündungen.
  • Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Zahnfleischentzündung.
  • Hormonelle Veränderungen durch eine Schwangerschaft können bei 60-70 Prozent der schwangeren Frauen zu Zahnfleischproblemen (Schwangerschaftsgingivitis) führen.
  • Zu starkes Zähneputzen, bei dem das Zahnfleisch verletzt oder nach und nach heruntergeputzt wird, stellt ebenfalls einen Risikofaktor für eine Entzündung dar.

Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass etwa 30 Prozent aller Menschen unabhängig von anderen gesundheitlichen Faktoren von Natur aus zu Zahnfleischentzündungen neigen.

Zahnfleischentzündungen können weitreichende Folgen haben. Nicht nur Zahnverlust, sondern auch eine Beeinträchtigung des Herz-Kreislaufsystems ist in Studien nachgewiesen worden.

Zahnfleischentzündungen vorbeugen

Mundhygiene und Zahnseide

Durch regelmäßige Untersuchungstermine bei Ihrem Zahnarzt – zweimal im Jahr – kann eine Zahnfleischerkrankung frühzeitig erkannt und behandelt werden. Solange weder der Zahnhalteapparat noch Knochen und Bindegewebe in Mitleidenschaft gezogen wurden, kann die Zahnfleischentzündung behoben werden.

Eine professionelle Zahnreinigung unterstützt die häusliche Mundhygiene. Je nach Risiko sollte die professionelle Zahnreinigung ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt werden. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten hierfür.

Eine gute Mundhygiene und gründliche Zahnreinigung, die Sie täglich selbst durchführen, sind jedoch die besten Wege, um Zahnfleischentzündungen, wie Gingivitis und Parodontitis vorzubeugen:

  • Putzen Sie 2 Mal täglich Ihre Zähne, um Plaque von den Zähnen und vom Zahnfleisch zu entfernen.

  • Benutzen Sie Zahnseide. Dadurch werden Speisereste zwischen den Zähnen und unterhalb des Zahnfleischrandes befindliche Plaque gelockert und entfernt.

  • Eine Mundspülung, wie bspw. die KAREX Mundspülung, hilft zusätzlich dabei die gelöste Plaque wegzuspülen und die Bakterien, die Zahnfleischentzündungen verursachen, zu verringern.

Produktempfehlung für die tägliche Hilfe gegen Zahnfleischentzündungen

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